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Bürgerbus

Bereits seit 2010 besteht der Bürgerbusverein Erkrath e.V. – ein Zusammenschluss ehrenamtlich tätiger Erkratherinnen und Erkrather, die sich das Ziel gesetzt haben, ein zusätzliches ÖPNV-Angebot im Stadtteil Alt-Erkrath auf die Beine zu stellen. Seinerzeit war dies sogar der erste Bürgerbus für die Rheinbahn.

Der Bürgerbus hat sich längst etabliert und wird von den Bürgerinnen und Bürger sehr gut an- und wahrgenommen. Er verfügt über zwei Linien, die insbesondere die Bereiche anfahren, die für den normalen Busverkehr nicht erreichbar sind. Als nunmehr fester Bestandteil des Stadtteils ermöglicht der Bürgerbus vielen Erkratherinnen und Erkrathern eine bessere Mobilität und charakterisiert sich durch das hohe Engagement des Teams. Weitere Informationen zum Bürgerbus können auf der Homepage des Vereins unter „Externe Links“ abgerufen werden.

Aufruf zur Gründung eines Bürgerbusvereins für Hochdahl

Die Erkrather Politik und Stadtverwaltung sowie die Rheinbahn AG und der Kreis Mettmann stehen im regen Austausch zur Optimierung des ÖPNV-Angebotes im Stadtgebiet. Im Fokus stand häufig die obere Willbeck in Hochdahl, die ein Erschließungsdefizit aufweist. Unter Abwägung zahlreicher Modelle für eine bessere ÖPNV-Anbindung stellt ein weiterer Bürgerbus eine sinnvolle Lösung dar. Dieser könnte die obere Willbeck mit dem S-Bahnhof Hochdahl-Millrath und dem Hochdahler Markt verbinden und dabei weitere Bereiche Hochdahls anfahren. Erste Ideen für einen möglichen Routenverlauf sind bereits vorhanden. Auch der bereits erfolgreiche etablierte Bürgerbusverein Erkrath e.V. begrüßt das Vorhaben und steht dem Projekt unterstützend zur Seite.

Engagierte Bürgerinnen und Bürger können bis zum 31.10.2021 bei der Stadtverwaltung per E-Mail an buergerbus.hochdahl@erkrath.de ihr Interesse zum Mitwirken an diesem ehrenamtlichen Projekt anmelden.

Was ist ein Bürgerbus und wie funktioniert er?

Ein Bürgerbus ist normaler Linienverkehr auf einer konzessionierten Linie mit Fahrplan, Haltestellen und einem genehmigten Tarif. Ein Verkehrsunternehmen (hier: Rheinbahn AG) sichert die verkehrsrechtliche und die technische Seite ab. Der Bürgerbus wird jedoch von ehrenamtlich tätigen Fahrerinnen und Fahrern betrieben, die sich in einem Bürgerbusverein zusammenschließen und ihren öffentlichen Nahverkehr in die eigenen Hände nehmen wollen. Da dem konventionellen Linienverkehr keine Konkurrenz gemacht werden soll, beschränkt sich das Einsatzgebiet auf Bereiche und Zeiten, in denen ein Linienverkehr nach den üblichen Maßstäben wirtschaftlich nicht tragfähig wäre. Dementsprechend, und weil die Fahrerinnen und Fahrer keinen Busführerschein besitzen, wird auch nur ein Fahrzeug mit maximal acht Fahrgastplätzen eingesetzt.

Das für die Angebotsbildung und -aufrechterhaltung essenzielle ehrenamtliche Engagement dient zum einen der Kostenreduzierung. Zum anderen – und dies erleben die meisten Bürgerbusvereine erfahrungsgemäß als den noch wichtigeren Aspekt – wird in einer tollen Atmosphäre gearbeitet und man erhält viel Anerkennung und Dankbarkeit durch die Fahrgäste. Stadt und Nachbarschaft werden aus neuen Winkeln kennengelernt, es werden neue Bekanntschaften geschlossen und der Spaß an der Sache sowie an der Arbeit in einem verlässlichen Team stehen im Vordergrund und resultieren in einem persönlichen Gewinn.

Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen, um an dem Projekt in Hochdahl mitwirken zu können?

Den zentralen Baustein für einen lebendigen Bürgerbusverein bilden die ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer und stellen demnach den größten Anteil im Team dar. Doch neben dem reinen Fahren erfordern finanzielle und technische Belange viel Aufmerksamkeit, die nicht zu unterschätzen und unabdingbar sind.

In der Regel bestehen Bürgerbusteams daher aus mindestens 15-20 Personen, die sich die Aufgaben je nach Funktion und zeitlicher Ressourcen flexibel aufteilen. Daher sind sowohl zeitlich eingeschränkte Personen als auch Personen, die sich das Fahren eines Bürgerbusses nicht zutrauen, wichtige Teammitglieder. Ebenso müssen einige Personen als Vorsitz fungieren und im besten Fall gleich zu Beginn eine zentrale organisatorische Funktion übernehmen.

Um einen Bürgerbus fahren zu dürfen, muss

  • mindestens das 21. Lebensalter erreicht sein,
  • ein Führerschein der Klasse B (oder Klasse III) besessen
  • und über eine mindestens zwei Jahre andauernde Fahrpraxis mit diesem verfügt werden.

Zusätzlich muss bei der Straßenverkehrsbehörde eine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung beantragt werden. Dafür ist auch ein im Vorfeld durchzuführender Gesundheitscheck erforderlich, der insbesondere die Leistungs- und Reaktionsfähigkeit sowie das Sehvermögen testet. Darüber hinaus muss ein polizeiliches Führungszeugnis beantragt und vorgelegt werden. Anschließend werden die potenziellen Fahrerinnen und Fahrer durch einen Verkehrsmeister der Rheinbahn AG in den Bürgerbusbetrieb eingewiesen und müssen das Fahren eines Bürgerbusses unter Beweis stellen.

Alle anfallenden Kosten werden durch den Bürgerbusverein getragen. Dieser finanziert sich hauptsächlich über Fahrgasteinnahmen und Sponsoren, die es durch das Team ebenfalls anzusprechen und zu gewinnen gilt, sowie durch finanzielle Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen für organisatorische Belange sowie für die Anschaffung eines Busses.

Wen kann ich bei Rückfragen ansprechen? Wo kann ich mein Interesse anmelden?

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind dazu angehalten, sich bis zum 31.10.2021 bei der Stadtverwaltung per E-Mail zu melden (buergerbus.hochdahl@erkrath.de). Hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich, ist, dabei bereits anzugeben, welche Rolle man sich potenziell vorstellen könnte. Neben Fahrerin oder Fahrer sind dies zum Beispiel zusätzliche Funktionen als Vorsitzende bzw. Vorsitzender, Stellvertreterin oder Stellvertreter, Geschäftsführerin oder Geschäftsführer, Kassenwartin oder Kassenwart sowie Schriftführerin oder Schriftführer.

Sollten Sie im Vorfeld Fragen haben, können Sie diese ebenfalls über diese E-Mail-Adresse mitteilen. Darüber hinaus stehen freundlicherweise auch Verantwortliche aus dem Bürgerbusverein Erkrath e.V., die aufgrund der praktischen Erfahrung deutlich tiefere Einblicke geben und Hintergründe erläutern können, für etwaigen Rückfragen zu Aufgaben oder Zeitaufwand bereit. Ansprechpartner dafür sind Herr Mars (haraldmars@web.de) und Herr Schimschock (uli.schimschock@web.de).

Ferner erhalten Sie auf der Homepage von „Pro Bürgerbus NRW e.V.“ weiter Informationen rund um einen Bürgerbus und einen Bürgerbusverein. Dort können Sie auch einen ausführlichen Leitfaden herunterladen.

Was sind die nächsten Schritte?

Alle Interessenbekundungen werden bis zum Ablauf der Anmeldefrist bei der Stadtverwaltung gesammelt und anschließend ausgewertet. Alle Interessierten erhalten dann eine Rückmeldung, ob sich genügend Personen gefunden haben. Dann wird in einem nächsten Schritt eine gemeinsame Veranstaltung organisiert, bei der alle Bewerberinnen und Bewerber sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung zusammenkommen, das Projekt gemeinsam besprechen und den weiteren Weg für eine potenzielle Vereinsgründung ebnen.

Der Rat der Stadt Erkrath und die Stadtverwaltung – ebenso wie der Kreis Mettmann und die Rheinbahn AG – freuen sich über alle Bürgerinnen und Bürger, die sich in diesem Rahmen für eine weitere Steigerung der Lebensqualität in Hochdahl einbringen können und möchten.