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Stadtweiher

Der Stadtweiher mit seinem Umfeld ist das zentrale Naherholungsgebiet im Stadtteil Sandheide. Zur Neugestaltung ist neben der Sanierung auch eine Umgestaltung des Außenbereiches geplant, um dieses Areal wieder aufzuwerten.

Zur Verbesserung der Nutzungsangebote für die Anwohnerinnen und Anwohner ist im Rahmenkonzept die Neugestaltung folgender Bereiche vorgesehen: die nördliche Promenade, der Brückenplatz, die Anlage eines Bouleplatzes, der Skateplatz am Jugendcafé und eine Verbesserung der Wegeverbindungen.

Ein Fitness-Parcours entlang des Mahnerter Bachtals bis zum Stadtweiher soll die Sport- und Freizeitangebote in der Sandheide miteinander verbinden und vielfältige Möglichkeiten zur Bewegung an der frischen Luft bieten.

Weiteres Ideenforum am 04.11.2021

Da es aufgrund des regen Austausches im Rahmen des ersten Ideenforums nicht zur vorgesehenen Beteiligung kam, möchte die Stadtverwaltung den Erkratherinnen und Erkrathern in einem weiteren Termin ausreichend Raum und Zeit hierfür geben.

So können eigene Ideen und Vorschläge zur Neugestaltung des Weihers und seines Umfeldes nun am Donnerstag, den 04.11.2021, von 18:00 bis circa 20:30 Uhr im Bürgerhaus Hochdahl eingebracht werden. Die  Anregungen fließen anschließend in den Planungswettbewerb zur Neugestaltung des Stadtweihers ein.

Online-Beteiligung zur Gestaltung des Stadtweihers

Die Online-Beteiligung zur Neugestaltung des Stadtweihers startet am 05.11.2021 und wird hier für den Zeitraum von vier Wochen über einen Direktlink erreichbar sein.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben dann bis zum 05.12.2021 die Möglichkeit, ihre Zukunftsideen für den Stadtweiher und sein Umfeld von Zuhause oder unterwegs mitzuteilen.

Die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung fließen anschließend in den Planungswettbewerb ein.

Chronologie der Sanierungs- und Aufwertungsmaßnahmen

Folgende Maßnahmen wurden und werden im Rahmen des Sanierungsprojektes umgesetzt:

2019

  • Fischereibiologische Untersuchung und Artenschutzprüfung    
  • Untersuchung der Zu- und Abläufe (Sedentaler Bach)  
  • Erstellung Rahmenkonzept Spiel- und Grünflächen

2020

  • Leerfischung
  • Ablassen des Wassers
  • Untersuchung der Bauwerke (Ufermauern und Brücke)  
  • Durchführung der Entschlammung – Ausbaggern
  • Lagerung des Schlamms am Ufer zur Trocknung

2021

  • Aufladen, Abtransport und Entsorgung des getrockneten Schlamms im Sommer
  • Wasserbauliche Untersuchung: Studie der Boden- und Wasserverhältnisse sowie Empfehlungen für eine langfristige Sanierung der Teichanlage
  • Öffentliches Ideenforum für Bürgerinnen und Bürger
  • Vorbereitung des Planungswettbewerbs  
  • Planung und Baubeginn des Spielplatzes

2022

  • Planungswettbewerb mit begleitender Bürgerbeteiligung
  • Fertigstellung Spielplatz mit Bolzplatz und Calisthenics-Anlage

Grundwasserentwicklung

Viele Bäche und Teiche in der Region haben aufgrund der sinkenden Grundwasserstände keine Anbindung mehr an das Grundwasser und führen demzufolge wenig bis gar kein Wasser. Dies liegt sowohl am Klimawandel mit seinen längeren Trockenphasen, als auch an der zunehmenden Flächenversiegelung, die das Niederschlagswasser größtenteils in die Kanalisation einleitet und somit nicht mehr der Natur zurückführt.

So ist auch das Versiegen der Sedenquelle ein Hinweis auf die Veränderung der Grundwasserverhältnisse. Denn auch sie wurde aus tieferliegendem Grundwasser gespeist und führte dem Stadtweiher Wasser zu. Der Trinkwasserbrunnen Sedental ist hingegen nicht die Ursache für das Absinken des Wasserspiegels im Stadtweiher. Hier wird Trinkwasser aus tieferen Grundwasserschichten gefördert, die mit dem Weiher nicht in Verbindung stehen.

Untersuchungsergebnisse der Boden- und Wasserverhältnisse

Die Untersuchung der Zu- und Abflussmengen aus dem Jahr 2019 schloss mit der Aussage, dass der Stadtweiher in seiner alten Form wiederhergestellt werden kann. Zum damaligen Zeitpunkt wurde angenommen, dass die Sohle des Weihers vollständig abgedichtet sei. Erst mit Entfernen des Teichschlammes zeigte sich, dass die Weihersohle keine Abdichtung besitzt. Dies bedeutet, dass sich der Stadtweiher jahrelang nicht nur durch die Zuflüsse aus dem Sedentaler Bach und Kattendahler Graben, sondern auch wesentlich durch Grundwasser speiste.

Zur Überprüfung des aktuellen Grundwasserstandes wurden im November 2020 zwei bis zu 2,50 Meter tiefe Baggerschürfen unterhalb der Weihersohle angelegt. Dabei konnte jedoch kein Grundwasser und somit auch keine notwendige Wassereinspeisung festgestellt werden. Die Ursache für das Absinken des Wasserspiegels liegt somit nicht allein in der ausbleibenden Wasserzufuhr, sondern auch entscheidend im Absinken der Grundwasserstände. Diese Erkenntnis hat Einfluss auf die langfristige Wiederherstellung und Neugestaltung des Weihers.

Neue Erkenntnisse für die Sanierung des Stadtweihers

Daher beauftragte die Verwaltung 2020 eine weitere umfassende Untersuchung der Boden- und Wasserverhältnisse. Hierbei wurden mehrere Versuche durchgeführt, um die Versickerungsleistung des Bodens festzustellen. Zusätzlich erfolgte die Erstellung eines Wasser-Boden-Bilanzmodelles für verschiedene Szenarien sowie einer Klimaprojektion für den Zeitraum der nächsten 30 Jahre. Dabei wurde deutlich, dass bei einer Wiederherstellung der kompletten Wasserfläche von 30.000 Quadratmetern keine ausreichende Wiederbefüllung des Weihers erreicht werden kann – auch nicht mit vollflächigem Einbau einer Folienabdichtung. Denn im Bilanzmodell dieses Szenarios liegt der mittlere Wasserstand nicht nur bei geringen 20 bis 40 Zentimetern, sondern über mehrere Monate pro Jahr sogar bei null. Eine vollständige Wiederherstellung des Stadtweihers ist also nicht möglich.

Anschließend wurde eine alternative Wiederherstellung mit einer reduzierten Grundfläche von rund 9.500 Quadratmetern berechnet. Aufgrund des geringen Zuflusses aus dem Sedentaler Bach wurde hierfür der nordwestliche Bereich des Weihers gewählt, da dieser regelmäßig vom Kattendahler Graben gespeist wird. Zusätzlich wird die Wasserfläche an dieser Stelle nach Süden hin durch eine Betonschwelle begrenzt. Dennoch ist eine vollflächige Folienabdichtung auch in diesem Szenario aufgrund der hohen Versickerungsleistung der Teichsohle nötig. Die Modellberechnung zeigt, dass auf diese Weise eine langfristig stabile Wasserfläche mit einem Wasserstand von bis zu 170 bis 200 cm erreicht werden kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass in diesem Fall auch das Anlegen einer Tiefwasserzone zur ökologischen Verbesserung der Teichfläche möglich wäre.

Bei einer solchen Umsetzung kann der Sedentaler Bach zudem als natürlicher Bachlauf entlang der südlichen Uferkante des Weihers geführt werden. Auch Retentionsräume entlang des Bachlaufs wären für etwaige Starkregenereignisse vorgesehen, sodass Regenwasser bei Überschuss schadlos zwischengespeichert und anschließend wieder dem Bodenhaushalt und dem Grundwasser zugeführt werden könnte. Die dabei aufzugebende Weiher-Restfläche von rund 16.000 Quadratmetern könnte alternativ als öffentliche Grünfläche entwickelt werden. Die beiden Szenarien beschreiben jedoch keine finalen Lösungen, sondern lediglich erste Modellberechnungen. Der vollständige Erläuterungsbericht zur Wasserbaulichen Untersuchung ist unter „Dokumente“ einsehbar.

Die Grafik veranschaulicht die Modellberechnung zur Neugestaltung des Stadtweihers mit einer reduzierten Wasserfläche von rund 9.500 Quadratmetern, womit eine langfristig stabile Wasserfläche erreicht werden könnte. Eine finale Lösung zur Neugestaltung ist dies jedoch noch nicht. © Ingenieurbüro Beck
Die Grafik veranschaulicht die Modellberechnung zur Neugestaltung des Stadtweihers mit einer reduzierten Wasserfläche von rund 9.500 Quadratmetern, womit eine langfristig stabile Wasserfläche erreicht werden könnte. Eine finale Lösung zur Neugestaltung ist dies jedoch noch nicht. © Ingenieurbüro Beck