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Untersuchungsergebnisse der Boden- und Wasserverhältnisse

Die Untersuchung der Zu- und Abflussmengen aus dem Jahr 2019 schloss mit der Aussage, dass der Stadtweiher in seiner alten Form wiederhergestellt werden kann. Zum damaligen Zeitpunkt wurde angenommen, dass die Sohle des Weihers vollständig abgedichtet sei. Erst mit Entfernen des Teichschlammes zeigte sich, dass die Weihersohle keine Abdichtung besitzt. Dies bedeutet, dass sich der Stadtweiher jahrelang nicht nur durch die Zuflüsse aus dem Sedentaler Bach und Kattendahler Graben, sondern auch wesentlich durch Grundwasser speiste.

Zur Überprüfung des aktuellen Grundwasserstandes wurden im November 2020 zwei bis zu 2,50 Meter tiefe Baggerschürfen unterhalb der Weihersohle angelegt. Dabei konnte jedoch kein Grundwasser und somit auch keine notwendige Wassereinspeisung festgestellt werden. Die Ursache für das Absinken des Wasserspiegels liegt somit nicht allein in der ausbleibenden Wasserzufuhr, sondern auch entscheidend im Absinken der Grundwasserstände. Diese Erkenntnis hat Einfluss auf die langfristige Wiederherstellung und Neugestaltung des Weihers.

Neue Erkenntnisse für die Sanierung des Stadtweihers

Daher beauftragte die Verwaltung 2020 eine weitere umfassende Untersuchung der Boden- und Wasserverhältnisse. Hierbei wurden mehrere Versuche durchgeführt, um die Versickerungsleistung des Bodens festzustellen. Zusätzlich erfolgte die Erstellung eines Wasser-Boden-Bilanzmodelles für verschiedene Szenarien sowie einer Klimaprojektion für den Zeitraum der nächsten 30 Jahre. Dabei wurde deutlich, dass bei einer Wiederherstellung der kompletten Wasserfläche von 30.000 Quadratmetern keine ausreichende Wiederbefüllung des Weihers erreicht werden kann – auch nicht mit vollflächigem Einbau einer Folienabdichtung. Denn im Bilanzmodell dieses Szenarios liegt der mittlere Wasserstand nicht nur bei geringen 20 bis 40 Zentimetern, sondern über mehrere Monate pro Jahr sogar bei null. Eine vollständige Wiederherstellung des Stadtweihers ist also nicht möglich.

Anschließend wurde eine alternative Wiederherstellung mit einer reduzierten Grundfläche von rund 9.500 Quadratmetern berechnet. Aufgrund des geringen Zuflusses aus dem Sedentaler Bach wurde hierfür der nordwestliche Bereich des Weihers gewählt, da dieser regelmäßig vom Kattendahler Graben gespeist wird. Zusätzlich wird die Wasserfläche an dieser Stelle nach Süden hin durch eine Betonschwelle begrenzt. Dennoch ist eine vollflächige Folienabdichtung auch in diesem Szenario aufgrund der hohen Versickerungsleistung der Teichsohle nötig. Die Modellberechnung zeigt, dass auf diese Weise eine langfristig stabile Wasserfläche mit einem Wasserstand von bis zu 170 bis 200 cm erreicht werden kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass in diesem Fall auch das Anlegen einer Tiefwasserzone zur ökologischen Verbesserung der Teichfläche möglich wäre.

Bei einer solchen Umsetzung kann der Sedentaler Bach zudem als natürlicher Bachlauf entlang der südlichen Uferkante des Weihers geführt werden. Auch Retentionsräume entlang des Bachlaufs wären für etwaige Starkregenereignisse vorgesehen, sodass Regenwasser bei Überschuss schadlos zwischengespeichert und anschließend wieder dem Bodenhaushalt und dem Grundwasser zugeführt werden könnte. Die dabei aufzugebende Weiher-Restfläche von rund 16.000 Quadratmetern könnte alternativ als öffentliche Grünfläche entwickelt werden. Die beiden Szenarien beschreiben jedoch keine finalen Lösungen, sondern lediglich erste Modellberechnungen.

Die Grafik veranschaulicht die Modellberechnung zur Neugestaltung des Stadtweihers mit einer reduzierten Wasserfläche von rund 9.500 Quadratmetern, womit eine langfristig stabile Wasserfläche erreicht werden könnte. Eine finale Lösung zur Neugestaltung ist dies jedoch noch nicht. © Ingenieurbüro Beck
Die Grafik veranschaulicht die Modellberechnung zur Neugestaltung des Stadtweihers mit einer reduzierten Wasserfläche von rund 9.500 Quadratmetern, womit eine langfristig stabile Wasserfläche erreicht werden könnte. Eine finale Lösung zur Neugestaltung ist dies jedoch noch nicht. © Ingenieurbüro Beck