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„Gewalt kommt nicht in die Tüte!“

Am 25.11. findet weltweit der Aktionstag „Nein zu Gewalt an Mädchen und Frauen“ statt. Seit 2011 koordiniert die städtische Gleichstellungsbeauftragte Annegret Pollmann in Erkrath die Brötchentütenaktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“.

2020 kommt ihr noch einmal besondere Aufmerksamkeit zu: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen ist zu Hause bleiben das Gebot der Stunde, um Kontakte zu reduzieren und das öffentliche Leben wird erneut stark eingeschränkt. Aber viele Frauen und ihre Kinder sind genau dort nicht sicher und es steigt für sie die Gefahr der häuslichen und sexualisierten Gewalt. Die Aktion will für dieses schwierige Thema sensibilisieren.

So wird in vielen Städten in ganz Deutschland um den 25.11. ein Zeichen gegen häusliche Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt. In Erkrath beteiligen sich viele Bäckereien, die Erkrather Tafel, die Landmetzgerei Hanten, einige Tankstellen, Kioske und die städtischen Unterkünfte für Flüchtlinge. Auch vier Apotheken im Stadtgebiet konnten neu hinzugewonnen werden. Hier werden ab Samstag, den 21.11.2020,die besonderen (Brötchen)Tüten ausgegeben.

Auf der Rückseite von insgesamt 12.000 in Erkrath und kreisweit 55.000 Tüten sind die wichtigsten Notruf- und Beratungsnummern bei Fällen von Gewalt gegen Frauen abgedruckt. Die Gleichstellungsbeauftragten hoffen ebenso wie  die beteiligten Betriebe, Vereine und Institutionen, so mehr Frauen zu erreichen, die auf anderen Wegen vermutlich wenig über Hilfsangebote erfahren. Darüber hinaus rückt insbesondere das Thema der häuslichen Gewalt durch die Aktion wieder stärker in den öffentlichen Fokus und soll Opfern Mut machen, den Täter anzuzeigen oder sich selbst Hilfe zu suchen.

Häusliche Gewalt gibt es überall

Jährlich flüchten über 30.000 Frauen und ihre Kinder in Deutschland vor der Gewalt ihres Partners in ein Frauenhaus. 2019 wurden im Frauen- und Kinderschutzhaus im Kreis Mettmann 40 Frauen mit 40 Kindern aufgenommen. Für sie gab es trotz des seit 2002 bestehenden Gewaltschutzgesetzes keine Alternative zu diesem Schritt, da nur in einem Frauen- und Kinderschutzhaus der besonders hohe Schutzbedarf gewährleistet wird. 2019 wurden der zuständigen Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt des SKFM Mettmann e.V. 1.024 Fälle im Kreis Mettmann gemeldet – 267 mehr als im Vorjahr. 103 Meldungen kamen aus Erkrath (29 Fälle mehr als 2018).

Sämtliche Notrufnummern sowie Flyer und Informationen zum Frauenhaus im Kreis Mettmann (Telefon: 02104 922220) und zur Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (Telefon: 02104 1419221) – in fünf verschiedenen Sprachen – sowie des Bundesweiten Hilfetelefons (08000 116016, 24 Stunden rund um die Uhr erreichbar) liegen im Büro der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Erkrath im Kaiserhof, Bahnstraße 2, im Erdgeschoss, Zimmer 0.01 aus oder können kostenlos unter 0211 2407-1021 oder per Mail an annegret.pollmann@erkrath.de angefordert werden.