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FAQs - Die häufigsten Fragen und Antworten

Im Laufe der Projektentwicklung erreichen uns immer wieder Fragen von Bürgerinnen und Bürgern zum Neubau der Feuer- und Rettungswache. Hier geben wir Ihnen Antworten.

Warum konnte am alten Standort keine Sanierung vorgenommen werden?

Der alte Standort ist ein ehemaliges Fabrikgebäude und entsprechend nicht für die Nutzung der Feuerwehr konzipiert. Die baulichen und technischen Standards entsprechen nicht den gesetzlichen Anforderungen, weshalb eine Sanierung nicht möglich ist.

Für einen denkbaren Neubau – während des Feuerwehrbetriebs mit den erforderlichen Provisiorien – müssten zuvor das Baurecht geprüft und geschaffen werden sowie der Bauhof und die Verwaltung auf andere Standorte verlagert werden. Dies würde zu einem erheblichen Zeitverzug und zu erheblichen Mehrkosten führen.

Warum wurde das Clever Feld als Standort ausgewählt?

Mit seiner zentralen Lage im Stadtteilverbund – Alt-Erkrath, Hochdahl, Unterfeldhaus – ist das Clever Feld nach umfangreicher Analyse der ideale Standort, um nach Alarmierung der Einsatzkräfte fristgerecht innerhalb der in der planerischen Schutzzielbestimmung definierten acht Minuten am Einsatzort zu sein. Basierend auf den heutigen Rahmenbedingungen ist die Stadt Erkrath damit nach Meinung vieler Fachexperten – einschließlich des Kreises Mettmann – für die Zukunft gut aufgestellt.

Mehrere Gutachten zum Arten- und Schallschutz, zur Bodenbeschaffenheit sowie zur Erschließung des Grundstückes haben gezeigt, dass es sich bei dem Standort um keine besonders schützenswerte ökologische Fläche handelt. Das Clever Feld ist somit auch kein Naturschutzgebiet mehr.

Wie verlässlich sind die Kosten?

Das Kostenziel liegt bei 29,9 Millionen Euro. Bei der derzeit definierten Kostenobergrenze von 31,9 Millionen Euro wurden bereits ein Kostenrisiko in Höhe von 940.000 Euro, ein Vergaberisiko von 875.000 Euro sowie eine mögliche Preissteigerung über die Planungs- und Ausschreibungszeit in Höhe von 3,5 Millionen Euro berücksichtigt.

Auch eine Unterschreitung des Kostenziels ist weiterhin möglich. Der Planungsprozess, in dem auch die Kostenermittlung und Kostenentwicklung gewichtiger Inhalt sind und permanent betrachtet werden, beginnt Anfang 2019.

Der Bau orientiert sich an den Notwendigkeiten einer Feuer- und Rettungswache für Erkrath mit den zwei Löschzügen der ehrenamtlichen Kräfte, dem Löschzug der Hauptamtlichen und dem Rettungsdienst. Die notwendigen Maßnahmen für Standort, Personal und Fahrzeuge werden aus dem Brandschutzbedarfsplan abgeleitet, der von einem unabhängigen Gutachter aufgestellt und vom Rat als Planungsgrundlage beschlossen wurde. Zur Ermittlung realistischer Nutzungsziele für die neue Wache wurde die örtliche Feuerwehr von Beginn an in die Planung miteinbezogen. Dank der frühen Zusammenarbeit konnten bereits für den Bebauungsplan die Planungsansprüche der Wache mit den Schutzmaßnahmen von Natur und Umwelt und den Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner verbunden werden. Die geplante Wache ist zukunftsfähig und auf eine jahrzehntelange Nutzung ausgelegt.

Wer kontrolliert die Kosten?

Die Verwaltung hat im Frühsommer 2017 ein externes, also unabhängiges Controlling für den gesamten Planungsprozess festgelegt. Das Controlling wird in vier Stufen ablaufen und die kontinuierliche Prüfung aller Planungsphasen und dazugehöriger Kosten umfassen. Zugleich dient diese Maßnahme dazu, von den Planern noch nicht realisierte Kostensenkungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Eng begleitet werden Planung und Bau der Feuer- und Rettungswache darüber hinaus vom Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten (AF) und dem Rechnungsprüfungsamt (RPA). Eine spezialisierte Rechtsanwaltskanzlei berät zudem bei Verträgen und der Abwehr von Nachtragsforderungen.

Wieso haben Wachen im Umkreis weniger gekostet?

Der Vergleich von kostenintensiven Bauprojekten miteinander ist sehr komplex, da jedes Bauwerk ein Unikat ist, das unterschiedlichen örtlichen sowie zeitlichen Anforderungen, Bedürfnissen und Konzepten unterliegt. Die sich aus den Normen ergebenden Anforderungen wechseln dabei jährlich. Dies hat zur Folge, dass sich selbst bei gleichem Grundstück und gleichen Anforderungen die Planung und damit verbunden die Kosten ändern.

Ein nahezu vergleichbares Projekt ist die neue Feuerwache in Monheim. Die Kosten des Neubaus liegen hier bei circa 19,5 Millionen – dies entspricht der Auftragssumme an den Generalunternehmer gemäß eines Presseberichtes (RP, 17.10.2017). Anders als in Erkrath fehlen in dieser Berechnung jedoch unter anderem die Planungskosten sowie die feuerwehrbetriebstechnische Ausstattung und Möblierung. Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, dass sich das Monheimer Bauprojekt schon jetzt im Bau befindet und daher keine weiteren Preissteigerungen aufgeschlagen werden müssen.

Müssen die Anwohnerinnen und Anwohner mit Lärmbelästigung rechnen?  

Der Lärmschutz genießt hohe Priorität. Um die Interessen der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere der Anwohnerinnen und Anwohner zu wahren, werden die höchsten Lärmschutzvorgaben – die für ein reines Wohngebiet gelten – eingehalten. Dabei ist das Gebiet eigentlich als allgemeines Wohngebiet zu werten. Zusätzlich wird durch das Anlegen eines gefangenen Innenhofes der Lärm durch das Gebäude selbst abgeschirmt. Das Errichten weiterer Schallschutzwände unterstützt dieses Vorhaben.

Ein großer Vorteil ist zudem die direkte Anbindung an die Bergische Allee, die den Einsatzkräften ein schnelles und problemloses Einbinden in den Straßenverkehr ermöglicht. Eine an die Einsatzfahrten gekoppelte Vorrangschaltung der Ampeln im Bereich der Wache unterstützt dabei das ungehinderte und geräuschlose Ausrücken ohne Einsatz des Martinshorns.

Wie groß sollen die Küche und Gemeinschaftsräume werden und warum?

Die Freiwillige Feuerwehr Erkrath verfügt zurzeit über insgesamt 288 Mitglieder von denen 189 im aktiven Einsatzdienst tätig sind. Die Küche sowie der Gemeinschaftsraum sind so di-mensioniert, dass im Einsatzfall zuzüglich überörtlicher Einheiten – wie zum Beispiel bei den Flächenlagen beim Kyrill- oder Ela-Sturm – die Einsatzkräfte verpflegt und Ruhezeiten in einem geschützten Gebäude ermöglicht werden können. Der Gemeinschaftsraum soll so angelegt werden, dass durch eine mobile Trennwand zwei Räume entstehen können, um beispielsweise unterschiedliche Ausbildungsveranstaltungen zeitgleich durchzuführen. Da das neue Feuerwehrgebäude zur kritischen Infrastruktur der Stadt Erkrath gehören wird, ist auch eine Nutzung in einer Großschadenslage (etwa ein Stromausfall über mehrere Tage) vorgesehen. In einem solchen Fall ist es erforderlich, die Einsatzbereitschaft der Einsatzkräfte zu erhalten und eine umfassende Verpflegung sicherzustellen, vielleicht sogar für Teile der Bevölkerung, die nicht mehr in der Lage sind, sich eigenständig zu versorgen.

Das Raumprogramm wurde durch ein unabhängiges Gutachterbüro für kommunale Gebäudeplanung überprüft und in der Größe und geplanten Verwendung der Küche und des Gemeinschaftsraumes nicht beanstandet. Ähnlich große Neubauvorhaben von Feuer- und Rettungswachen wurden mit gleichen Größenansätzen für solche Räume geplant.

Neben der geschilderten notwendigen Nutzung sollen den ehrenamtlichen Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Erkrath selbstverständlich, wie bisher auch, die für das Ehrenamt dringend erforderliche kameradschaftliche Nutzung des Gemeinschaftsraumes ermöglicht werden. Das Ehrenamt ist die tragende Säule der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr, nicht nur in Erkrath, sondern in der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Die Ehrenamtsmotivation, die unbedingt auch durch einen funktionalen und dem Arbeitsschutz angepassten Neubau betrieben werden muss, wird seit einigen Jahren insbesondere für die Feuerwehren auch durch das Land NRW vorangetrieben.