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Alte und behinderte Frauen aus dem Sankt Josefs Kloster

Es waren alte und behinderte hilflose Frauen, die von den Armen Dienstmägden Jesu Christi, nach ihrem Gründungsort auch Dernbacher Schwestern genannt, im Sankt-Josefs-Kloster versorgt wurden.

„1941. Im Laufe des Sommers holte man unsere Geisteskranken aus kriegswichtigen Gründen zur Anstalt Grafenberg zurück.“ heißt es in der Chronik der Dernbacher Schwestern.

Der unverständliche Text verbirgt eine Tragödie. Auf Anweisung Hitlers wurde seit April 1941 die so genannte „Vernichtung unbrauchbarer Deutscher“ durchgeführt. Im Rheinland fielen dieser Aktion (Bezeichnung Aktion T-4, später Brandt) innerhalb der ersten fünf Monate 1.951 Patienten zum Opfer. Aus Düsseldorf-Grafenberg und anderen Anstalten des nördlichen Rheinlands wurden die Patienten in weitere Anstalten verlegt. Von diesen gingen Transporte in Tötungsanstalten: Hadamar oder Pfaffenrode oder Alttscherbitz in Sachsen oder Erlangen oder Galkhausen oder Lintorf oder Meseritz bei Obrawalde. Die hilflosen Menschen wurden vergast oder zu Tode gespritzt oder man ließ sie einfach verhungern.

An den Abtransport der behinderten alten Frauen in Erkrath erinnerte sich eine frühere Kindergärtnerin. Sie sah, wie der große graue Bus der Gemeinnützige Krankentransport GmbH (GEKRAT) vorfuhr und wie die Frauen aus dem Kloster geholt und hineingeschoben wurden. Alle weinten bitterlich und viele wehrten sich. Die Schwestern standen mit hängenden Armen dabei. Sie wussten wohl, dass sie ihre Schützlinge nicht wiedersehen würden. Nach einer Weile kamen die Nachrichten an, wie: „an Lungenentzündung verstorben“, „an Herzstillstand verstorben“ oder andere Lügen.

Die Anzahl der abtransportierten Frauen ist nicht bekannt. Es gibt nur eine Zahl von 1937: Im Altenheim des Klosters befanden sich 66 alte, teils geisteskranke Leute.

Ebenso wenig kennen wir die Namen. Die Aufzeichnung hätte für die Klosterfrauen selbst eine Gefahr bedeutet.