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Hochwasserrisikomanagement

Hochwasser sind Naturphänomene, die aller Voraussicht nach zukünftig eher zu- als abnehmen werden. Im Erkrather Stadtgebiet ist die Düssel ein potenziell signifikantes Risikogewässer für Hochwasser innerhalb des sogenannten Einzugsgebietes Rhein.

Mit den am 22.12.2015 veröffentlichten Hochwasserrisikomanagementplänen ist für das Land Nordrhein-Westfalen zusammengefasst und dokumentiert, was die beteiligten Akteurinnen und Akteure zur Verringerung von Risiken aus Hochwasserereignissen beitragen und zukünftig beitragen wollen.

Der Gedanke und Begriff des „Hochwasserrisikomanagements“ wurde durch die Europäische Union geprägt und in Form der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie verbindlich eingeführt.

Das Ziel der Hochwasserrisikomanagementpläne im Sinne dieser Richtlinie ist es, die hochwasserbedingten nachteiligen Folgen für vier „Schutzgüter“ nachhaltig zu minimieren:

  • die menschliche Gesundheit,
  • die Umwelt,
  • unser Kulturerbe und
  • die wirtschaftlichen Tätigkeiten.

Hochwasservorsorge

Durch eine hochwasserangepasste Bauweise und Nutzung können sich Eigentümerinnen und Eigentümer gegen eindringendes Hochwasser schützen.

Potenziell Betroffene sind verpflichtet, selbst Eigenvorsorge zu treffen und sich vor Auswirkungen des Hochwassers zu schützen. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sieht ausdrücklich eine Vorsorge- und Schadensminderungspflicht für von Hochwasser betroffene Personen vor.

„Jede Person, die durch Hochwasser betroffen sein kann, ist im Rahmen des ihr Möglichen und Zumutbaren verpflichtet, geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor nachteiligen Hochwasserfolgen und zur Schadensminderung zu treffen, insbesondere die Nutzung von Grundstücken den möglichen nachteiligen Folgen für Mensch, Umwelt oder Sachwerte durch Hochwasser anzupassen." (§ 5 Absatz 2 Wasserhaushaltsgesetz (WHG)).

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Hochwassergefahrenkarten

Die Hochwassergefahrenkarten (HWGK) für Erkrath zeigen, wo und wie hoch das Hochwasser stehen kann. Mithilfe der Karten können Bürgerinnen und Bürger erkennen, ob sie bei Hochwasser betroffen sein können und bei Bedarf effektive Vorsorgemaßnahmen treffen.

Ausschnitt Hochwasserrisikokarte Erkrath (Mittlere Wahrscheinlichkeit (HQ100) (Stand 2019)
Ausschnitt Hochwasserrisikokarte Erkrath (Mittlere Wahrscheinlichkeit (HQ100) (Stand 2019)


Es liegen Karten für drei Szenarien vor.:

  • HQhäufig: Das Hochwasser tritt im Mittel alle 10 Jahre auf, also relativ häufig.
  • HQ100: Das Hochwasser tritt im Mittel alle 100 Jahre auf.
  • HQextrem: Das Extremhochwasser tritt im Mittel seltener als alle 100 Jahre auf. Diese Hochwasser sind sogenannte „Jahrtausendhochwasser“: Sie sind selten, haben aber verheerende Folgen, wenn sich nicht alle Betroffenen durch Vorsorge- und Schutzmaßnahmen auf sie einstellen. Ein „HQextrem“-Szenario zeigt auch auf, wie sich das Wasser ausbreiten kann, wenn etwa Hochwasserschutzanlagen versagen oder der Durchfluss unter einer Brücke nicht mehr gewährleistet ist.

Die Farbintensität der blau eingefärbten Flächen in den Karten zeigt die unterschiedlichen Wassertiefen an: Je dunkler das Blau, desto tiefer ist das Wasser an der überfluteten Stelle.

Die Karten zeigen allerdings nur die Gefahren durch Flusshochwasser, nicht die durch Sturzfluten, die bei Starkregen quasi überall und lokal sehr begrenzt auftreten können.

Wohnen und Bauen in überschwemmungsgefährdeten Bereichen

Wer ein Gründstück oder Gebäube besitzt, das sich in einem Bereich mit Überschwemmungsgefahr befindet, findet hier weitergehende Informationen und Handlungshinweise.

Mein Grundstück liegt in einem »HQ100-Bereich«. Was bedeutet das?

Flächen, die laut Hochwassergefahrenkarte in einem HQ100-Bereich liegen, sind als Überschwemmungsgebiet festgesetzt. In festgesetzten Überschwemmungsgebieten ist eine neue Bebauung oder eine bauliche Veränderung grundsätzlich untersagt. Für alle baulichen Maßnahmen sind wasserrechtliche Ausnahmegenehmigungen erforderlich.

Informationen darüber, ob ein Grundstück in einem festgesetzten oder in einem vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet liegt, erhalten Eigentümerinnen und Eigentümer beim Fachbereich  Umweltschutz · Klimaschutz und sind ebenfalls unter UvO.nrw.de abrufbar. Wählen Sie dazu die Kategorie Wasser – Hochwasser – Überschwemmungsgebiete – Festgesetzte Überschwemmungsgebiete.

Wenn in einem solchen Gebiet eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden soll, wenden Sie sich an die Bauaufsicht. 

Ich möchte im HQ100-Bereich bauen. Ist das möglich?

Wird auf einem Grundstück im vorläufig gesicherten bzw. festgesetzten Überschwemmungsgebiet ein Neu- oder Umbau geplant, ist eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen. Eine Ausnahme darf nur genehmigt werden, wenn die Maßnahme die Hochwassersituation nicht verschlechtert und zeitgleich für einen sogenannten Retentionsraumausgleich, einen Ausgleich für den in Anspruch genommenen Hochwasserrückhalteraum, gesorgt wird.

Bauliche Anlagen müssen hochwasserangepasst ausgeführt werden. Daher müssen Bauende in einem entsprechenden Antrag neben einer hochwasserangepassten Bauweise nachweisen, wie sich der Bau auf den Wasserabfluss auswirkt und wie der beanspruchte Hochwasserrückhalteraum zeitgleich ausgeglichen wird.

Treten Sie dazu vor der Antragstellung mit der Bauaufsicht oder der Unteren Wasserbehörde in Kontakt und ziehen Sie einen mit hochwasserangepasstem Bauen vertrauten Architekten hinzu.

Ich möchte im HQextrem-Bereich bauen. Was muss ich beachten?

In Gebieten, die erst ab einem extremen Hochwasserereignis betroffen sind (HQextrem), dürfen Gebäude oder Anlagen gebaut werden.

Zu beachten ist, dass Schäden durch Hochwasser auch hier möglich sind, beispielsweise wenn ein Damm bricht oder der Durchfluss unter einer Brücke eingeschränkt ist. Solche Gefahren sind in „trockenen Zeiten“ schwer zu erkennen, auch gibt es aufgrund der Seltenheit der Ereignisse oft keine Erfahrungswerte. In HQextrem-Bereichen können die Schäden im Katastrophenfall jedoch besonders verheerend sein, weil man sich in Sicherheit glaubt und nicht vorsorgt.

Ein Blick in die Gefahrenkarten hilft, die Risiken vorausschauend zu reduzieren. 

Strategien des hochwasserangepassten Bauens

Für Grundstücke oder Gebäude in einem festgesetzten Überschwemmungsgebiet gelten grundsätzlich drei Strategien des hochwasserangepassten Bauens:

  • Ausweichen: etwa durch Aufständern des Gebäudes oder durch Verlagerung des Gebäudes an eine Stelle außerhalb des Gefahrenbereichs

  • Widerstehen: durch stationäre oder mobile Schutzmaßnahmen am oder außerhalb des Gebäudes, die das Eindringen von Wasser verhindern

  • Anpassen: zum Beispiel durch eine angepasste Nutzung von Räumen

Es ist darauf zu achten, dass vom eigenen Gebäude oder den eigenen Anlagen keine Gefahr ausgehen kann, etwa durch auslaufendes Öl oder Treibgut.

Weitergehende Informationen finden Sie in vielen Veröffentlichungen, beispielsweise in der Hochwasserschutzfibel.

Hochwasserrisikomanagementplan Rhein


Hochwasserschutzkonzept der Stadt Erkrath

Derzeit erarbeitet die Stadt Erkrath zusammen mit dem Bergisch Rheinischen Wasserverband (BRW), einer externen Ingenieurgesellschaft für Wasser und Umwelt und unter Beteiligung der Bezirksregierung sowie der Unteren Wasserbehörde ein Hochwasserschutzkonzept für Erkrath. Ziel ist der Hochwasserschutz und die Vorsorge für die festgesetzten Überschwemmungsgebiete in Alt-Erkrath.