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Geschichte

Die Stadt Erkrath in ihrer heutigen Form ist noch sehr jung. Sie wurde am 15.03.1966 gegründet und am 01.01.1975 im Rahmen der Kommunalen Neugliederung durch den Zusammenschluss der alten Stadt Erkrath und der Gemeinde Hochdahl neu gebildet. Zum gleichen Zeitpunkt wurde der frühere Ortsteil Unterbach in die Stadt Düsseldorf eingemeindet.

Erkrath

Erkrath ist eine Stadt auf historischem Boden, gelegen an den westlichen Ausläufern des Bergischen Landes, unmittelbar an dem weltberühmten Neandertal. Der Name „Erkrath“ taucht erstmalig 1148 in zwei Urkunden des Stiftes Werden auf. Dort werden Bernhard von Everkrothe, ein „Freischöffe“, und Siegbert, ein „Freier von Everekrothe“, erwähnt. 1237 wird ein Ritter Daniel de Erkerode genannt. Stammsitz dieser Familie war wahrscheinlich das „Haus Bavier“, vormals „Schletzgut“, welches vor Jahren einer modernen Wohnanlage weichen musste.

Die Eisenbahn lässt Erkrath wachsen

Im Jahre 1815 kam Erkrath mit dem Großherzogtum Berg zum Königreich Preußen. Damals zählte das Dorf nur 522 Einwohnerinnen und Einwohner. Aufschwung brachte der Bau der ersten westdeutschen Eisenbahn im Jahre 1838. Weit über 140 Jahre besaß Erkrath mit 33,3 Promille die steilste Hauptstrecke Europas. Sie führte von Erkrath nach Hochdahl hinauf und wurde zuerst durch ein von einer stehenden Dampfmaschine gezogenes Seil – ein Jahr später durch Lokomotiven als Gegengewicht – überwunden. Daran erinnert die am Hochdahler Bahnhof aufgestellte Umlenkrolle. 1926 wurde der Seilzugbetrieb durch zusätzliche Dampflokomotiven ersetzt. Erst mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke Düsseldorf-Hagen im Jahre 1963/1964 schaffte man die Steigung ohne weitere Hilfsmittel. Mit der Eröffnung der Ost-West-S-Bahn am 28./29. Mai 1988 feierten die Bürgerinnen und Bürger der Stadt gleichzeitig auch das 150jährige Jubiläum der Eisenbahnstrecke Düsseldorf-Erkrath.

Das Bergische Nizza

Um 1830 wurde Erkrath durch die Nutzung einer schwefelhaltigen Heilquelle vorübergehend zu einem bekannten Kurort. Voller Stolz sprachen die Vorfahren vom „bergischen Nizza“. Sie priesen es als Sommerfrische und Villenvorort von „Groß-Düsseldorf“. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein lobte es als Ruhesitz für Rentnerinnen und Rentner und pensionierte Beamtinnen und Beamte. Der Hymnus gipfelte in den Worten: Erkrath, die Lunge Düsseldorfs. Es wurde ein großes Kurhaus gebaut, dessen Gebäude auf der Bahnstraße 18, ehemalige Polizeiwache, erhalten geblieben ist. Liegehallen, Badehäuschen und einige Badeteiche lagen im Kurpark. Die Zeiten allerdings, da Erkrath als bekannter Kurort galt, der von Gicht- und Rheumakranken besucht wurde, sind endgültig vorbei. Die Heilquelle versiegte um 1870.

Von der Gemeinde zur Stadt

Am 01.06.1898 schied Erkrath aus der Landesbürgermeisterei Gerresheim aus und bildete, zusammen mit den Ortschaften Unterbach, Hochdahl und Bruchhausen, eine eigene Bürgermeisterei. Die Neuordnung des Landkreises Düsseldorf-Mettmann im Jahre 1929 brachte wesentliche Veränderungen. Die Gemeinde erhielt Teile von Morp und Ludenberg, verlor aber Hochdahl und Bruchhausen.

Erkrath war ein Dorf, das durch die Landwirtschaft geprägt war und nur wenige Industrie- und Gewerbebetriebe besaß. Seinen Aufschwung erlebte Erkrath nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Gemeinde wuchs im Jahre 1963 auf 15.300 Einwohnerinnen und Einwohner an. Insbesondere durch Zuzug von Vertriebenen und Fachkräften für die Erkrather Industrie mussten Wohnungen und Arbeitsplätze geschaffen werden. Erkrath entwickelte sich zu einer Mittelstadt. Dies wurde nach außen durch Verleihung der Stadtrechte dokumentiert. Durch Beschluss der Landesregierung vom 15.03.1966 wurde der Gemeinde Erkrath die Bezeichnung „Stadt“ verliehen und in einem Festakt am 28.06.1966 im ehrwürdigen und historischen Kaiserhof-Theater zu Erkrath die Urkunde durch den Innenminister Willy Weyer überreicht.

Hochdahl

Alt-Hochdahl

Der jetzige Ortsteil Hochdahl hat seinen Namen von einem übernommen Hof, der in einem Schlickumer Zinsverzeichnis 1392 als „Ym Dale“ und 1416 „Uf dem Dahl“ genannt wurde. Die Gemeinde führt diesen Namen allerdings erst seit 1938, nachdem der ursprünglich zu Erkrath gehörende Teil 1930 eingemeindet worden war. Bis dahin hieß sie „Millrath“. Dieser Name „Milroyde“ wurde erstmals 1218 urkundlich genannt und bedeutet so viel wie „Rodung des Milo“. Die Geschichte Millraths ist mit dem Hof „Schlickum“, der urkundlich 1050 erwähnt wird und somit ältester Siedlungspunkt Hochdahls ist, eng verbunden.

Die neue Stadt Hochdahl

Im Ortsteil Hochdahl, mit nahezu 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern der größte Siedlungsschwerpunkt im Bereich der Stadt Erkrath, vollzieht sich – Anfang der sechziger Jahre auf der „grünen Wiese“ begonnen – eines der größten städtebaulichen Vorhaben des Landes Nordrhein-Westfalen der Nachkriegszeit. Zu diesem Zweck wurde auf Initiative des Landes von der ehemaligen Gemeinde Hochdahl, dem Kreis Mettmann sowie weiteren Gesellschaftern die Entwicklungsgesellschaft Hochdahl gegründet. Ihr obliegt neben der städtebaulichen Planung und der Erschließung von Bauflächen der gesamte Grundstücksverkehr mit Bauträgerinnen und Bauträgern, Einfamilienhausbauherrinnen und -bauherren und Gewerbetreibenden obliegt. Erste städtebauliche Konzeptionen wurden von dem Stadtplaner Professor Aloys Machtemes entwickelt und später durch das Büro Kuhn, Boskamp und Partner veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Seit dem 01. Januar 1992 ist die Stadt Erkrath Alleingesellschafterin. Das Entwicklungsziel ist inzwischen weitgehend erreicht.

Unterfeldhaus

Die Ortsbezeichnung Unterfeldhaus geht auf einen Hof zurück, der schon 1218 mit „Haus Unterbach“ zusammen „Velthusen“ genannt wurde. Der Hof Oberfeldhaus wurde später abgezweigt. Ursprünglich gehörte Unterfeldhaus wohl zum Besitz des Hauses Unterbach, da es von Konrad von Elverfeld 1461 mit Haus Unterbach an Dolf von Quad verkauft wurde.